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| Schätze auf dem Grund der Ostsee
 „Wracktauchen in der Ostsee gehört zu den schönsten Abenteuern für Taucher" sagt Andrzej Maslanka, Geschäftsführer des neuen Tauchcenters Ticada in der polnischen Hafenstadt Gdynia / Gdingen. Wer in der Danziger Bucht taucht, taucht gleichermaßen ein in eine bewegte und manchmal sehr dramatische Geschichte.
Ticada ist ein junges Unternehmen, doch die Gründer und Mitarbeiter sind allesamt seit langem im Tauchsport aktiv. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte man sich zu einem der größten Tauchzentren Polens. Wracktauchen in der Danziger Bucht ist das attraktivste Angebot.
Im 16. und 17. Jahrhundert sanken in der Bucht vor Gdansk/ Danzig mehrerer polnische, schwedische und dänische Kriegsschiffe. Im Zweiten Weltkrieg endete hier die Fahrt für das polnische Kriegsschiff „Gryf" und das U-Boot „Wicher". In den letzten Kriegstagen wurden die mit Tausenden Flüchtlingen besetzten Schiffe „Goya" und „Wilhelm Gustloff" versenkt.
Während die „Gustloff" und die erst kürzlich entdeckte „Goya" sehr tief liegen und nur mit Sondergenehmigungen angesteuert werden dürfen, befinden sich viele andere Wracks in geringer Tiefe und sind auch für Anfänger in Begleitung eines erfahrenen Tauchlehrers erreichbar. Beispiele sind der polnische Minenleger „Grozny", der sich in einer Tiefe von etwa 18 Metern befindet oder das U-Boot „Wicher" in etwa zwölf Metern Tiefe. Ein beliebtes Tauchziel für Anfänger sind die nur rund 200 Meter vor der Küste bei Gdynia gelegenen Ruinen des Torpedownias. Etwa sieben Meter unter der Wasseroberfläche kann man durch die Gänge dieser riesigen Anlage tauchen, die von der Wehrmacht zum Testen von Torpedos erbaut wurde.

Tauchgänge dauern bei Ticada etwa eine bis anderthalb Stunde. Die Kosten richten sich nach der Lage und Tiefe des Wracks und betragen beispielsweise bei einer siebenköpfigen Gruppe zwischen 20 und 45 Euro pro Person incl. Sauerstoffflasche und Ballastgürtel. In Begleitung eines erfahrenen Tauchlehrers sei Wracktauchen nicht gefährlich meint Ticada-Inhaber Jaroslaw Kulej. Selbst totale Laien können dieses Abenteuer erleben, vorausgesetzt, sie absolvieren zuvor einen Tauchkursus. Auch den bietet Ticada an – entsprechend den international anerkannten Regeln von Padi oder CMAS durch englisch- oder deutschsprachige Lehrer. Wer nur wenig Zeit mitbringt, kann eine solche Basisausbildung bereits in einem viertägigen Intensivkurs absolvieren. Die ersten fünf Tauchgänge finden im Schwimmbad statt, die folgenden vier im offenen Meer. Danach kann man zum ersten Wrack aufbrechen.
Die schönste Zeit zum Tauchen in der Ostsee sei zwischen Juni und September, wenn das Wasser warm und die See ruhig sei, meint Ticada-Chef Kulej. Eine bessere Sicht habe man zwischen Dezember und April, doch aufgrund der Kälte sei das nur etwas für erfahrene Taucher und erfordere eine zusätzliche Ausrüstung. Auch deutsche Kunden waren mit Ticada bereits unterwegs zu versunkenen Schätzen in der Ostsee.
Für erfahrene Taucher bietet Ticada auch Spezialkurse, etwa Nachttauchen, Tieftauchen, Nitroxtauchen oder auch Tauchen unter Eis. Darüber hinaus organisiert das Tauchcenter auf Wunsch auch die Übernachtung vor Ort, stellt die komplette Ausrüstung, Autos zum Transport und eine Motoryacht für zwölf Personen zur Verfügung. Tauchgänge werden auch in anderen Regionen angeboten, zum Beispiel im tiefsten See Polens, dem Hancza-See.
Das Tauchcenter Ticada befindet sich am Rande von Gdynia/Gdingen in der ul. Chwaszczynska 70. Tel. 0048-58-628 48 46, www.ticada.pl
Quelle: Polnisches Fremdenverkehrsamt
Fotos & Text: Polnisches Fremdenverkehrsamt, Berlin
Detlef Klemme
BLiCKpunkt-Redaktionsbüro

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